NextM 2018: Wenn ein Cyborg mit einer Ethikbeauftragten diskutiert

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Zum zweiten Mal hieß es am 22. November 2018: Tech at heart, ignition in mind. 

Monate der Planung und Vorbereitung haben sich wieder einmal gelohnt: Wir haben das letzte Jahr sogar übertroffen und freuen uns sehr, dass dieses Jahr über 600 Experten aus Marketing, Media und Tech den Weg in die Federnfabrik in Düsseldorf gefunden haben, um mit uns über die digitale Zukunft zu diskutieren. Danke an die spannenden Gäste, einen herzlichen Dank vor allem aber auch an die über 40 Helfer & Kollegen, die diesen Tag möglich gemacht haben!
 
Digitale Trends rund um künstliche Intelligenz und Big Data, eCommerce oder Multisensorik verstehen und nutzen, das ist ein großes Ziel der NextM. Deshalb gab es nicht nur spannende Keynotes und Bühnentalks, sondern auch jede Menge Gelegenheit, sich mit den Experten der Branche auszutauschen. Außerdem bot der Start-up Space die Möglichkeit, neuste Entwicklungen und innovative Technologien live zu erleben.

"We are rapidly heading towards a time without any Screens" Zitat von Chris Dancy, Mindful Cyborg.

Wenn manch einer in Bezug auf die Digitalisierung noch von „Neuland“ spricht, kann Chris Dancy nur schmunzeln. Der „most connected man on earth“ warf in seiner Keynote die Frage auf, was uns nach dem Internet erwartet – und sprang direkt ins Jahr 2030: Da werden wir nämlich keine Apps, sondern gleich ganze Habits und Environments herunterladen. So weit ist es zwar noch nicht, aber schon heute sind wir quasi dauervernetzt. Chris Dancy der „Mindful Cyborg“ ruft in seiner Keynote nach einer Phase der digitalen Lebens-Optimierung zu einem achtsamen Umgang mit digitalen Services und Devices auf.

"Die Prinzipien der Ethik sind unveränderbar, was sich aber mitentwickeln muss, ist die Art und Weise wie wir sie anwenden. Und da sind wir auf einem guten Weg."

Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen entwickeln sich rasant – aber erschaffen wir wirklich Technologien, die den Menschen helfen oder erwecken wir in Wahrheit Frankensteins Monster? Und was für ethische Fragen ergeben sich im Zusammenhang mit Themen wie Big Data und AI? Das fragte Dr. Alena Buyx, Professorin für Medizinethik und Gesundheitstechnik und Mitglied des deutschen Ethikrats. Sie plädierte für eine moderierende Rolle der Politik, forderte aber auch, dass sich jeder einzelne mit seinem Datenverhalten auseinandersetzen müsse.
 
Bestimmt hat sich jeder als Kind mindestens einmal die Nase zugehalten und getestet, ob man wirklich nichts mehr schmeckt. Prof. Charles Spence, experimenteller Psychologe an der Universität Oxford, geht da noch weiter. Er geht davon aus, dass unsere Sinne immer in Kombination arbeiten. Anders gesagt: Wo wir essen, welches Geschirr wir verwenden und was im Hintergrund so los ist, beeinflusst, wie es uns schmeckt. Habt ihr gewusst, dass Musik mit hohen Tönen uns zu Süßem verlockt, während tiefere Töne Lust auf eine bittere Note machen? Fakt ist: Wer weiß, wie er die Sinne seiner Gäste „hacken“ kann, kann diesen Einfluss auf ihr Genusserlebnis nutzen.

"Wie weit sind wir in der Entwicklung von künstlicher Intelligenz wirklich?" Zitat von Prof. Dr. Alena Buyx.

Alle reden von künstlicher Intelligenz, aber so richtig den Durchblick hat keiner, so scheint es. Deshalb klärte Ben Royce (@BenRoyce), Data Scientist bei Google, erst einmal die Frage, was Data Science und künstliche Intelligenz überhaupt sind, um dann zu zeigen, was bereits heute möglich ist. Unser Problem im Marketing ist nämlich mitnichten, dass wir zu wenig Daten hätten, um effektive Kampagnen zu planen. Wir haben sogar zu viele – die Auswertung ist die Herausforderung. Abhilfe schaffen hier intelligente Algorithmen, indem sie uns Daten entsprechend organisieren und analysieren. Doch keine Sorge: Ben ist davon überzeugt, dass KI echte Kreativität vorerst nicht ersetzen kann. Hier geht’s zu seinem ganzen Statement dazu.

Jüngst stellte die Bundesregierung ihre KI-Strategie vor und versprach, mehr Geld sowohl in die Entwicklung als auch in die Ausbildung von entsprechenden Fachkräften zu investieren. Schön, aber im Vergleich zu den USA und China noch immer viel zu wenig, war die allgemeine Reaktion. Entsprechend stellte Dr. Tu-Lam Pham die These auf: Wer die Tech Zukunft verstehen will, muss nach China schauen. Denn was heute in Chinas Tech Szene boomt, kommt innerhalb von fünf Jahren auch zu uns nach Europa. Anhand der größten Player auf dem chinesischen Markt, Alibaba, Baidu und Co., zeigte Dr. Tu-Lam Pham das Innovationspotenzial des asiatischen Markts – und was wir daraus lernen können.
 
Abgerundet wurde der Tag durch ein entspanntes Get Together zum Ausklang, musikalisch begleitet von der georgischen Sängerin und The Voice of Germany Gewinnerin Natia Todua.

Keep in touch
Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr – aktuelle Infos zum Event, den Recap-Film und natürlich auch die spannenden Keynotes in voller Länge – findet ihr immer unter: www.nextm.de
 
Übrigens: Uns gibt es auch zum Hören! Im Januar startet unsere Podcast-Serie. Von KI und Robotics bis hin zu Bio-Hacking oder Ethik im Zeitalter von Big Data – unser Podcast bringt die wichtigsten Themen zum digitalen Wandel und seinem Einfluss auf unsere Zukunft auf den Punkt. In knackigen 15 Minuten werden unsere Gäste erzählen, was die Zukunft in Sachen Marketing, Kultur, Tech und Science für uns bereithält.
 

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